Chaoskunst
Alles, was ich will, ist: im Rampenlicht stehen, für das, was ich kann und ausstrahl, ich will, dass mich alle sehen und ich will ihnen zeigen, dass ich mehr bin, als diese laute, unbändige Naturgewalt.
Eine Power-Mieze zwar, aber mit ganz viel Tiefgang und Eleganz. Eine Frau der Worte und das schönste Kompliment, das sie je bekam: Jemand wollte sie als Ghostwriterin haben.
Ich bin voller Melancholie – es grenzt an eine Blamage. Aber sie ist nie zu viel. Das Fass dieses komplexen emotionalen Zustands läuft nie über, denn ich ergötze mich daran. Sie ist wie Nahrung für mein inneres Ich. Ohne diese Melancholie und dieses Rampenlicht bin ich niemand, bin ich nichts.
Keine Sorge, an alle, die meinen, mich zu lieben. So sehe ich das nicht – nicht wirklich. Das hier ist nur Kunst, ihr müsst sie nicht immer so ernst nehmen.
Dieses Gefühl ist stark, aber direkt daneben … lauert eine andere Schar, ein Rudel von Emotion – angeführt von einem Gefühl, das sich nur so zu beschreiben lohnt: Eins der undurchdringlichen Unsicherheit. Eins, das erwächst aus der Verzerrtheit. Verzerrt ist die eigene Sichtweise über mich und mein Sein. Ich bin nämlich nicht nur diese Königin, diese Göttin. No Shit Sherlock, aber das ist nur Schein.
Ich bin so gut darin, all das zu beschönigen. In Wirklichkeit bin ich ganz klein, fühle mich oft so allein, werds aber niemandem zeigen…
Und wollte eigentlich ein Gedicht schreiben, über die undiagnostizierte ADHS, die in mir wütet, lauert und mein inneres Ich in Angst und Schrecken versetzt, weil ich glaube, schon wieder hab ich was vergessen, spüre, wie in meinem Kopf dieses unerträgliche Chaos erwächst das mich schon wieder dazu bringt, etwas zu verlieren, um die Akzeptanz dieser Tatsache dann mit Drogen zu kompensieren, um dann Menschen zu enttäuschen, die mich dann aussortieren, aus ihrem Leben und ich werde völlig allein verenden mit der Hoffnung, es würde sich zum positiven wenden.
Also, dann: Ein Stück Chaos gebe ich dir. In Liebe, aber es nimmt mir eine große Last, die von meinen Schultern fällt. Hinabfällt und sich verwandelt in dieses Stück Kunst. Hatte sie doch nur fürs Verständnis benutzt... aber ich glaub, ich habs verhunst. So ist das mit meiner Chaoskunst…