Hallo Herr Merz

Hallo Herr Merz. Ich bin eine jener Töchter, die Sie fragten, was sie so von diesem deutschen Stadtbild halten. Und ich möchte Sie um etwas Selbstreflexion bitten, verstehen Sie? Kurz das eigene Selbstbild kippen.

Nur ganz kurz, um sich selbst mal zu fragen, wie sinnvoll und konstruktiv Sie in Ihren Kanzler-Tagen wirklich sind und wie kontraproduktiv oder zum Spalten drängend Sie sich hier eigentlich verhalten.

Nur ganz kurz: gehen Sie in sich und schalten die Systeme herunter. Seien Sie offen dafür, vielleicht passiert ein Wunder! Und hören Sie zu, wenn Sie schon so ne dumme Frage stellen.

Sonst geben Sie zu, dass Sie uns nur instrumentalisierten, für Ihre patriarchalen, rassistischen und idealisierten Ansichten. Und ob Ihnen dann meine Antwort gefällt, Herr Merz, bezweifle ich stark.

Aber Herr Merz, Sie haben ja gefragt. Und jetzt müssen Sie unser aller Antworten ertragen: Mein Opa – war weiß – hat versucht, mich anzufassen, ich war zu dem Zeitpunkt in meinem Zimmer und fing an, ihn zu hassen.

Ich war nicht auf seiner Beerdigung und sein Name war Jakob. Schwarze Haare hatte er nicht auf dem Kopf. Mein Dad hat mich geschlagen, da war ich acht. Auch er war eher blond, blauäugig – aber vom Leben geplagt.

Wir sind noch nicht beim Stadtbild angekommen, lieber Kanzler, wir sind noch da, wo es eigentlich in ihr Stadtbild gepasst hat. Nicht wahr? Weiße Männer, die ihre Frauen und Töchter unter Kontrolle haben.

Ich fasse es nicht, wie ignorant sie es wagen, uns in ihre rassistische Ideologie einfach so mit hinein zu ziehen.

Haben Sie schon einmal überlegt, sich ganz neutral die datenbasierten Fakten anzusehen? Ich hab Ihnen ein paar ernstzunehmende Links in der Caption versehen.