Eigentlich will ich gegen niemanden sein

Wir haben eine lange Zeit hinter uns gebracht, so viel gekämpft. Ich war leider nicht immer am Start, aber darum geht's hier nicht.

Nein, dieses Chaosgedicht soll eine weitere Hürde für den Faschismus sein. Ich möchte es eigentlich für alle Menschen schreiben, für Gerechtigkeit, Freiheit, Selbstbestimmung und Einheit.

Und ich schreibe das Wort "eigentlich", weil es eben Menschen gibt, die leider wirklich nicht für die Menschenrechte aller einstehen, sondern einen Weg gehen, der ein paar wichtige Menschengruppen ausschließt.

Und das ist viel zu nett formuliert. Dieser Weg behandelt diese Menschen wie 'n Tier. BPOC, jüdisch, migrantisch oder queer. Ich gehöre nicht dazu, aber trotzdem sind das alles wir, die gemeinsam für die Menschenrechte aller kämpfen, einfach für alle Menschen.

Wir sind doch irgendwo alle gleich, haben alle diese selbstzerstörerischen Unsicherheiten, versuchen irgendwie alle, dieses Leben zu beschreiten, da durchzugehen und zu verstehen, was dieser berühmte Sinn des Lebens sein soll, wie wir ihn füllen und was wir eigentlich vom Leben wollen.

Dabei ist es doch wirklich so was von gleichgültig, wen wir lieben, woher wir kommen, woran wir glauben, solange wir dabei niemanden ausschließen und einfach allen erlauben, allen ihre berechtigte und eigentlich selbstverständliche Daseinsberechtigung zusprechen.

Damit wird doch niemandem Schaden zugefügt. Ganz im Ernst, alle lügen, die das Gegenteil behaupten. Wir tun doch niemandem weh.

Klar gibt es in jedem Milieu Menschen, die einen anderen Weg gehen, aber diese Ungerechtigkeit gibt es überall. Und ich glaube, Gerechtigkeit können wir nur dann behalten, wenn wir die Meinungen, Perspektiven und Leben aller einbeziehen und endlich verstehen, dass wir ohne diese Diversität verloren gehen.

Alle sind wir Menschen. Scheiß auf diese Grenzen zwischen Ländern, Glaubensrichtungen und Geschlechtern.

Und ja, eigentlich will ich gegen niemanden sein, aber wenn Du diese Menschen angreifst, die mir so viel geben und nur versuchen, ihr Leben zu leben, muss ich dich leider bekämpfen und mich dazwischen stellen und zwar für alle Menschen.

Nadine Weise · Gedichtpatin
Ausstellung Leipzig (März–Mai 2026)